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18. April 2026Darauf lässt sich aufbauen: Der HWA EVO.R lief bei seinem ersten Renneinsatz ohne Probleme durch. Luca Ludwig, Lance David Arnold und Jamie Green kamen bei der 57. Adenauer ADAC Rundstrecken-Trophy auf Gesamtrang 18 ohne Probleme ins Ziel. Und das mit einem Chassis, das erst in der Rennwoche fertig geworden ist.
„Das Auto im Kärcher-Design war ganz neu. Der hat ein Rollout absolviert und ist im Rennen wirklich ohne Probleme durchgefahren“, sagt Ludwig gegenüber Motorsport-Total.com. „Auf technischer Seite auf jeden Fall sehr zufrieden. Es ist nicht selbstverständlich, dass wir da direkt ohne Probleme durchrollen.“
Das zweite Fahrzeug, der schwarze Bolide von Evald Holstad, Christian Gebhardt und Sebastian Asch, schied aus. Allerdings war es kein technischer Defekt am Fahrzeug, sondern ein banaler Reifenschaden, wahrscheinlich wegen eines Fremdkörpers. Holstad stellte den Boliden aus Sicherheitsgründen ab, um das Ersatzteillager für das 24-Stunden-Rennen zu schonen.
Größerer Heckflügel führt zu Untersteuern
Bei den Testfahrten ergab sich auch, dass das Heck ein wenig tanzfreudig war. Daher wurde der Heckflügel modifiziert. Unter anderem wurde er verbreitert und sitzt nun etwas weiter hinten. Eine nach hinten herausragende Abrisskante am Kofferraumdeckel wie beim originalen Mercedes 190E 2.5-16 Evo II sorgt dafür, dass die Strömung auch unter dem Flügelblatt optimal verläuft.
Sowohl Ludwig als auch Arnold sind bereits in der GT3-Klasse gestartet, Ludwig sogar schon 13 Mal. „Wir fahren 30 Sekunden langsamer als ein GT3-Auto, weil wir schmalere Räder, mehr Bodenfreiheit und weniger Abtrieb haben“, sagt der Sohn von DTM-Legende Klaus Ludwig, der mit dem originalen 190er Evo II auf der Nordschleife 1992 Johnny Cecotto im BMW M3 E30 in einem legendären Duell zweimal bezwang.
„Entsprechend läuft alles ein kleines bisschen langsamer ab. Aber das Fahren von der Linie her ist ja immer dasselbe. Du fährst am Limit des Reifens, am Limit von dem, was du am Popometer spürst. Ich denke, die eine oder andere Sekunde ist auf jeden Fall noch drin.“
Mehr Leistung wäre noch möglich
Ludwig fuhr im morgendlichen Zeittraining eine Zeit von 8:21.664 Minuten. Einen direkten Zeitenvergleich wird es aber erst einmal auf der 24,358 Kilometer NLS-Variante der Nürburgring-Nordschleife nicht mehr geben, weil bei den 24h Qualifiers und dem 24-Stunden-Rennen die längere, 25,378 Kilometer lange Variante gefahren wird.
Auch Arnold glaubt, dass das Paket noch schneller kann, aber aus einem anderen Grund: „Ich verstehe nicht ganz, warum man uns in der Balance of Performance Leistung genommen hat. Wir fahren ja gegen niemanden. Mit dem KTM und dem BMW M3 Touring können wir ohnehin nicht mithalten. Wir könnten zehn bis 15 km/h mehr Topspeed gut gebrauchen.“
Das Performance-Ziel von HWA war, zwischen die GT4- und Porsche-Cup-Fahrzeuge zu kommen. Das wurde erreicht, derzeit ist der EVO.R aber noch näher an den GT4 als an den Cup-Fahrzeugen dran. „Den KTM würden wir auch mit zehn km/h mehr Topspeed nicht bekommen, vom Touring ganz zu schweigen.“ Arnold bezieht sich dabei auf die anderen beiden Fahrzeuge in der SPX-Klasse.
Riesige Begeisterung bei Fans
Eines ist dem Fahrzeug jedenfalls nicht mehr zu nehmen: die riesige Aufmerksamkeit beim Publikum. Der BMW M3 Touring 24h und der HWA EVO.R werden den Titel als Publikumsliebling unter sich ausmachen.
„Man merkt die erhöhte Aufmerksamkeit schon, sowohl vor Ort als auch im Netz“, bestätigt Ludwig. „Hinter dem Projekt steckt sehr viel Arbeit. Ich finde es wirklich mutig, dass HWA diesen Schritt geht und die Gelder dafür freigibt. Das ist wirklich aller Ehren wert.“
„Ich mache Social Media ja eher begrenzt, aber auch da habe ich die erhöhte Aufmerksamkeit an diesem Projekt schon gemerkt. Das sieht nach dem Rennen alles sehr vielversprechend aus. Wir müssen keine Probleme aussortieren. Jetzt haben wir noch ein Wochenende [bei den Qualifiers] und dann das 24-Stunden-Rennen.“
Text: motorsport-total.com
Bilder: Mario Herzog | Herzog Sportfoto




