BMW hat bei den 6 Stunden von Spa-Francorchamps Motorsportgeschichte geschrieben: Der bayerische Hersteller feierte seinen ersten Gesamtsieg in der Hypercar-Klasse der FIA World Endurance Championship – und machte den Triumph mit einem beeindruckenden Doppelsieg perfekt.
Vor 101.606 Zuschauern entwickelte sich auf dem Ardennenkurs ein turbulentes Rennen mit zahlreichen Positionswechseln, unterschiedlichen Strategien und gleich vier Safety-Car-Phasen. Von der Pole gestartet war zunächst der #94 Peugeot 9X8 mit Loïc Duval, Malthe Jakobsen und Théo Pourchaire, doch schon in der Anfangsphase übernahm der #12 Cadillac von Jota die Führung. Während viele Topteams auf klassische Strategien setzten, entschied sich BMW früh für einen aggressiveren Ansatz – eine Entscheidung, die sich später auszahlen sollte.
Durch ein frühes Short-Fueling beim ersten Boxenstopp brachte BMW die #20 mit René Rast, Robin Frijns und Sheldon van der Linde an die Spitze des Feldes. Das Trio kontrollierte das Rennen anschließend trotz mehrerer Neutralisierungen souverän und überquerte nach sechs Stunden als Sieger die Ziellinie. Für BMW war es nach 18 Hypercar-Starts der lang ersehnte Durchbruch in der WEC.
Perfekt wurde das Wochenende durch Platz zwei des Schwesterautos: Die #15 BMW mit Kevin Magnussen, Raffaele Marciello und Dries Vanthoor verteidigte sich in der Schlussphase erfolgreich gegen den attackierenden #50 Ferrari und machte damit den historischen BMW-Doppelsieg perfekt. Ferrari rettete mit Rang drei zumindest noch einen Podestplatz, während Toyota auf Platz vier landete.
Für Aufsehen sorgten in der Schlussphase zudem zwei heftige Unfälle: Erst verunfallte der Aston Martin Valkyrie von Alex Riberas auf der Kemmel-Geraden, wenig später schlug auch der Alpine von António Félix da Costa in Raidillon ein. Beide Fahrer blieben glücklicherweise unverletzt. Aston Martin erreichte mit Rang vier dennoch das bislang beste Ergebnis des Valkyrie-Projekts.
Auch in der LMGT3-Klasse gab es einen späten Wendepunkt: Der #10 Garage 59 McLaren 720S LMGT3 Evo mit Antares Au, Tom Fleming und Marvin Kirchhöfer erbte den Sieg, nachdem der führende #21 Ferrari von Vista AF Corse in den Schlussminuten wegen eines unsafe release an der Box bestraft wurde.